Mehr Impact im Change mit der WOOP-Methode
Wer in Innovations- oder Transformationsprozessen arbeitet, kennt das Dilemma: Zu Beginn ist der Veränderungswille hoch. Die Ideen sprudeln und die Zukunft scheint greifbar. Dennoch scheitern viele Zukunftsprojekte an der Umsetzung. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft oft eine große Lücke. Genau hier setzt die WOOP-Methode an.
Was ist die WOOP-Methode?
Das Akronym WOOP steht für Wish – Outcome – Obstacle – Plan (Wunsch – Ergebnis – Hindernis – Plan) und basiert auf der wissenschaftlichen Theorie des Mental Contrasting (mentales Kontrastieren). Diese hat ihren Ursprung in der Motivations- und Emotionspsychologie.
Die WOOP-Methode ist eine wissenschaftlich belegte Methode zur Zielsetzung und Umsetzung von Veränderungsprozessen. Sie wurde von der Psychologin Prof. Dr. Gabriele Oettingen entwickelt. (New York University/Universität Hamburg).
Wie können Menschen und Organisationen die Ziele besser erreichen?
Oettinger und ihr Team forschten über zwei Jahrzehnte an dieser Frage und fanden Folgendes heraus:
- Positives Denken allein (z. B. Visualisierung von Erfolg) reicht nicht aus.
- Der Schlüssel liegt darin, Wünsche realistisch mit Hindernissen zu konfrontieren und dann konkrete Wenn-Dann-Pläne zu formulieren.
Aus diesen Ergebnissen entstand die WOOP-Methode, die inzwischen in Bereichen wie Innovation, Transformation, Service Design, Bildung und Teamentwicklung interdisziplinär eingesetzt wird.
Sie lässt sich sehr einfach in kleinen Schritten umsetzen.
Die vier Schritte der WOOP-Methode
- Wish (Wunsch)
Was möchtest du wirklich erreichen?
„Ich möchte, dass unser Team in sechs Monaten ein neues digitales Servicekonzept entwickelt.“
- Outcome (Ergebnis)
Was wäre das Beste, was passieren könnte? Wie würde sich das anfühlen?
„Wir wären innovativer, schneller, kundenzentrierter – und stolz auf das Ergebnis.“
- Obstacle (Hindernis)
Was steht dir oder uns im Weg – innerlich oder strukturell?
„Ich neige dazu, zu viel zu analysieren, statt Entscheidungen zu treffen.“
- Plan (Plan) Wie gehst du mit diesem Hindernis um? „Wenn ich merke, dass ich mich verzettle, dann entscheide ich innerhalb von 10 Minuten, welche Option wir testen.“
Vorteile der WOOP-Methode
Gerade in Innovations- und Veränderungskontexten ist die WOOP-Methode sehr wirksam, da sie das individuelle Mindset, die Teamdynamik, Projektarbeit und die Strategie verbindet.
In der Ideenphase hilft sie dabei, Vision und Realismus auszubalancieren. Utopien und Träume werden in umsetzbare Ziele übersetzt. WOOP fördert reflektiertes Denken („Was könnte uns bremsen?“). Und diese reflektierenden Blickwinkel sind wichtig für agile Teams. Gleichzeitig unterstützt die WOOP-Methode die psychologische Sicherheit, indem sie dazu ermutigt, Hindernisse offen zu thematisieren.
In der Transformationsphase macht sie individuelle Widerstände ganz einfach sichtbar, ohne diese zu bewerten. So hilft sie Führungskräften, mit ihren Teams gemeinsam oder auch einzeln die Veränderungsschritte zu durchlaufen. Das fördert Eigenverantwortung und Motivation.
Die WOOP-Methode stärkt die Selbstwirksamkeit, indem sie Mitarbeitende dazu befähigt, Hindernisse aktiv zu managen, Zielkonflikte zu erkennen und die wichtigsten Themen zu priorisieren.
Aber auch im Servicebereich lässt sich die WOOP-Methode hervorragend übertragen, um einen größeren Einfluss zu erzielen.

WOOP im Service Design
Im Service Design geht es darum, Kundenerlebnisse ganzheitlich zu verstehen, zu gestalten und zu verbessern. Nachfolgend ein Beispiel aus dem der Research- und Ideation-Phase:
WOOP hilft, Nutzerbedürfnisse und Innovationsziele realistisch zu formulieren:
- Teams definieren zunächst den Wunsch (Wish): „Was wollen wir für den Nutzer wirklich erreichen?“
- Dann das Outcome: „Wie würde das optimale Nutzererlebnis aussehen?“
- Anschließend folgt das Obstacle: „Was steht uns (oder dem Nutzer) dabei im Weg?“ – z. B. bestehende Prozesse, Mindsets, technische Grenzen.
- Und schließlich der Plan: „Wie gehen wir mit diesen Hindernissen um, wenn sie auftreten?“
Ein Team möchte den Onboarding-Prozess für Neukunden vereinfachen.
Im WOOP-Prozess erkennt es, dass interne Abstimmungsschleifen das größte Hindernis sind – und entwickelt einen Wenn-Dann-Plan, um Entscheidungen schneller zu treffen.
So wird WOOP zum Reflexionsinstrument, das direkt in den Service-Designprozess integriert ist.
FAZIT
Die WOOP-Methode schlägt eine Brücke zwischen Vision und Umsetzung.
Sie sorgt für psychologische Tiefe in Innovations- und Transformationsprozessen, indem sie Wünsche mit realen Barrieren verknüpft und daraus für alle Prozessbeteiligten umsetzbare Handlungspläne erstellt.