Wie ein bewusst freigelassener Platz neue Denkräume für Veränderungen öffnet
Strukturen hinterfragen, Muster irritieren, Zukunft denken – das sind Kernaufgaben moderner Organisationsentwicklung. Gerade in Transformations- und Innovationsprozessen braucht es nicht nur Methoden, sondern auch mutige Räume. Räume, in denen andere Perspektiven mehr sind als ein Gedankenspiel. Räume, in denen Neues entstehen darf.
Ein kleines, kraftvolles Mittel, das wir bei innospring regelmäßig nutzen, ist der „leere Stuhl“. Unauffällig im Setting – und doch wirkungsvoll.
Perspektivwechsel sichtbar und erlebbar machen
Der leere Stuhl steht im Raum – bewusst unbesetzt. Er ist Einladung und Intervention zugleich. Wer sich darauf setzt, signalisiert: Ich schaue gerade bewusst aus einer anderen Perspektive auf das, was hier passiert. Das kann vieles sein:
- Die Kundensicht auf ein neues Produkt
- Die Stimme der Zukunft: »Was würde unsere Organisation im Jahr 2035 sagen?«
- Der kritische Spiegel eines Investors, Betriebsrats oder Ex-Mitarbeitenden
- Eine Vision oder ein Prinzip, das sich Gehör verschaffen will: z. B. „Partizipation“ oder „Vertrauen“
Diese Rollenwechsel helfen, Denkgrenzen zu verschieben – von innen nach außen, von heute in die Zukunft, vom Ich zum Wir.
Neue Perspektiven durch Irritation
Gerade in Innovationsworkshops geht es darum, die Komplexität nicht zu reduzieren, sondern produktiv zu irritieren. Der leere Stuhl tut genau das: Er bringt neue Perspektiven in eingefahrene Gesprächsroutinen. Nicht theoretisch, sondern ganz konkret – durch eine körperliche Bewegung, eine veränderte Haltung, eine neue Stimme.
Diese kleine Geste schafft Raum für:
- Unerwartete Einsichten
- Systemische Reflexion
- Kollektives Lernen
- Neugier und Dynamik
Und das ganz ohne Flipchart, Post-it oder PowerPoint.
Für Menschen mit Innovationsauftrag
Wenn Führungskräfte und ihre Teams Innovation nicht nur als Projekt, sondern als Haltung verstehen, ist der leere Stuhl ein überraschend wirkungsvolle Übung. Er bringt neue »Akteure*innen« ins Spiel – auch wenn sie gar nicht physisch anwesend sind. Er aktiviert Perspektiven, die sonst stumm bleiben. Und er zeigt: Veränderung beginnt oft da, wo jemand bereit ist, den Platz zu wechseln – wortwörtlich.
Der leere Stuhl ist ein methodisches Leichtgewicht mit strategischer Tiefe. Ideal für dialogorientierte Formate, Zukunftswerkstätten, Strategielabs oder jede Session, in der mehr als das Offensichtliche gefragt ist.
Fazit: Mehr Raum für Möglichkeitsräume
In einer Zeit, in der Organisationen sich permanent neu erfinden müssen, brauchen wir Formate, die nicht nur Ergebnisse produzieren, sondern Erkenntnis ermöglichen. Der leere Stuhl tut genau das – und bringt dabei oft mehr Bewegung in den Raum als jede PowerPoint-Folie.