Mehr narrative Geschichten erzählen!

Innovations- und Veränderungsprozesse brauchen gute Geschichten.

In Ver­än­de­rungs- und Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen taucht früh eine zen­tra­le Fra­ge auf:
Was kön­nen wir als Team, als Abtei­lung oder als Orga­ni­sa­ti­on wirk­lich bewe­gen?
Wel­chen Ein­fluss haben wir auf Inno­va­ti­on, auf Zusam­men­ar­beit und auf gute Arbeitsprozesse?

Zu Beginn stra­te­gi­scher Inno­va­ti­ons­vor­ha­ben ist die Begeis­te­rung oft spür­bar. Ideen spru­deln, Per­spek­ti­ven öff­nen sich, Zukunft scheint gestalt­bar. Mit der Zeit wird der Abgleich zwi­schen dem, was es braucht, und der bestehen­den Aus­gangs­si­tua­ti­on kon­kre­ter. Anfor­de­run­gen wer­den greif­ba­rer, Rah­men­be­din­gun­gen sicht­ba­rer und Zie­le kla­rer. In die­sen Pha­sen wird das Span­nungs­feld zwi­schen Trans­for­ma­ti­ons­am­bi­ti­on und orga­ni­sa­tio­na­ler Rea­li­tät offen­ge­legt. Nicht sel­ten ent­steht dabei Frust.

Denn Teams ste­hen dabei sel­ten vor der Auf­ga­be, Zukunft frei zu erfin­den. Meist gibt es bereits eine kla­re Erwar­tung, ein Ziel­bild oder zumin­dest eine Rich­tung, die Ori­en­tie­rung bie­tet. Genau an die­ser Stel­le lohnt sich ein bewuss­ter Per­spek­tiv­wech­sel: weg von dem, was noch fehlt – hin zu dem, was bereits vor­han­den ist. Auch, wenn es para­dox klingt.

Erin­ne­run­gen, Erfah­run­gen und frü­he­re Erfol­ge bil­den ein trag­fä­hi­ges Fun­da­ment. Sie zei­gen, wofür eine Orga­ni­sa­ti­on steht, wel­che Mus­ter sich bewährt haben und wo bereits Zukunft ent­stan­den ist. Nar­ra­ti­ve Geschich­ten machen die­se Stär­ken sicht­bar und nutzbar. 

Und das setzt oft unge­ahn­te Gestal­tungs­en­er­gie frei.

Was sind narrative Geschichten?

Nar­ra­ti­ve Geschich­ten sind mehr als ein­zel­ne Bei­spie­le oder gut erzähl­te Epi­so­den. Sie ver­bin­den Erleb­tes mit Bedeu­tung und ord­nen Erfah­run­gen in einen grö­ße­ren Zusam­men­hang ein. Nar­ra­ti­ve erklä­ren, war­um etwas rele­vant ist, woher es kommt und wie es sich wei­ter­ent­wi­ckeln kann. Auf die­se Wei­se ent­ste­hen gemein­sa­me Bil­der, die Ori­en­tie­rung geben und Ler­nen im All­tag ermöglichen.

Narrative als Bindeglied zwischen Entwicklung und Kommunikation

In Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen begeg­nen sich Per­so­nal­ent­wick­lung, Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung und inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on häu­fig an den­sel­ben Fra­ge­stel­lun­gen – jedoch aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven. Nar­ra­ti­ve Geschich­ten schaf­fen hier einen gemein­sa­men Bezugs­rah­men. Sie ver­bin­den Ler­nen, struk­tu­rel­le Gestal­tung und Kom­mu­ni­ka­ti­on über geteil­te Erfah­run­gen und Bedeu­tun­gen. So ent­ste­hen Bil­der und Begrif­fe, die auf­ge­nom­men, wei­ter­ge­tra­gen und im Arbeits­all­tag wirk­sam wer­den. Anschluss­fä­hig­keit zeigt sich dann, wenn Geschich­ten nicht erklärt wer­den müs­sen, son­dern wie­der­erkannt werden.

Genau die­se Ver­bin­dung lässt sich mit der Metho­de »Sto­ry-Baum« sicht­bar machen. Dabei han­delt es sich um ein ganz ein­fa­ches und prak­ti­sches Tool.

Der Sto­ry-Baum von innospring

Um die­se Geschich­ten sys­te­ma­tisch zu erfas­sen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, arbei­tet inno­spring mit dem Sto­ry-Baum. Er hilft Orga­ni­sa­tio­nen, ihre eige­ne Ent­wick­lung ganz­heit­lich zu betrach­ten und dar­aus trag­fä­hi­ge Nar­ra­ti­ve für Inno­va­tions- und Ver­än­de­rungs­pro­zes­se zu entwickeln.

Die Wur­zeln – Ursprungsgeschichte

Die Wur­zeln ste­hen für Anfän­ge, Grün­dungs­ge­schich­te und prä­gen­de Momen­te. Was macht die Orga­ni­sa­ti­on aus? Wel­che Wer­te und Hal­tun­gen haben sie geformt? Wel­che Erfol­ge wir­ken bis heu­te nach und zie­hen sich wie ein roter Faden durch ihre Innovationsgeschichte?

Das Umfeld – Kon­text und Rahmenbedingungen

Orga­ni­sa­tio­nen sind Teil eines grö­ße­ren Sys­tems. Märk­te, Kun­den­er­war­tun­gen, tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen und gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen prä­gen das Han­deln. Das bewuss­te Ein­ord­nen die­ses Umfelds schärft das Ver­ständ­nis für bestehen­de Mus­ter und neue Spielräume.

Der Stamm – Wert­schöp­fung und Zusammenarbeit

Im Stamm wird sicht­bar, wie Arbeit orga­ni­siert ist. Wie wird zusam­men­ge­ar­bei­tet? Wel­che Anfor­de­run­gen prä­gen die Leis­tungs­er­brin­gung – intern wie extern? Wie ent­ste­hen Viel­falt, Co-Crea­ti­on und trag­fä­hi­ge Ent­schei­dun­gen im Alltag?

Die Zwei­ge – Anwen­dung und Erfahrung

Die Zwei­ge ste­hen für die kon­kre­te Anwen­dung von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen. Wie erle­ben Kund:innen die Orga­ni­sa­ti­on ent­lang der gesam­ten Jour­ney – von der ers­ten Kon­takt­auf­nah­me über die Zusam­men­ar­beit bis dar­über hin­aus? Oder wie erle­ben Mit­ar­bei­ten­de die eige­nen inter­nen Services?

Die Blät­ter – Impact Stories

In der Baum­kro­ne sam­meln sich die Wir­kun­gen des orga­ni­sa­tio­na­len Han­delns. Impact Sto­ries machen sicht­bar, wie sich Arbeit, Ent­schei­dun­gen und Zusam­men­ar­beit kon­kret aus­wir­ken – auf Men­schen, auf Kund:innen, auf Orga­ni­sa­ti­on und Umfeld.

Sie zei­gen, was sich im All­tag bereits ver­än­dert: neue For­men der Zusam­men­ar­beit, ande­re Ent­schei­dungs­we­ge, ein ver­än­der­ter Umgang mit Unsi­cher­heit oder neue Lern­erfah­run­gen im der Pra­xis. Impact Sto­ries rich­ten den Blick nicht nur auf das, was eine Orga­ni­sa­ti­on aus­macht, son­dern auf das, was gera­de entsteht.

Gera­de in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen schaf­fen die­se Sto­ries Anschluss­fä­hig­keit für Neu­es. Sie ver­bin­den die Wur­zeln mit dem aktu­el­len Han­deln und machen Ent­wick­lung nach­voll­zieh­bar. Ver­än­de­rung wird so nicht als Bruch erlebt, son­dern als Wei­ter­ent­wick­lung – sicht­bar, erzähl­bar und lernwirksam.

Narrative als Grundlage für anschlussfähige Kommunikation

Sobald die­se Erin­ne­run­gen, Stär­ken und Wir­kun­gen bewusst gemacht wer­den, ent­steht ein kla­rer Aus­gangs­punkt für inter­ne und exter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on. Bil­der, Begrif­fe, Nar­ra­ti­ve und Impact Sto­ries kris­tal­li­sie­ren sich her­aus, die Ori­en­tie­rung geben und wie­der­keh­rend ein­ge­setzt wer­den kön­nen, z.B. in Work­shops, in Füh­rungs­dia­lo­gen, in Lern­for­ma­ten und in der Change-Kommunikation.

Im Sin­ne des Inno­va­ti­on Lear­ning Loop ent­fal­ten Nar­ra­ti­ve und Impact Sto­ries ihre Wir­kung beson­ders dann, wenn sie in Schlei­fen gedacht wer­den: Erfah­run­gen wer­den sicht­bar gemacht, reflek­tiert, in Geschich­ten über­setzt und in neu­es Han­deln über­führt. Ler­nen bleibt so eng mit der Arbeit ver­bun­den und Ver­än­de­rung wird kon­ti­nu­ier­lich gestaltbar.

Fazit

Nar­ra­ti­ve Geschich­ten geben Ver­än­de­rung Rich­tung und Tie­fe. Impact Sto­ries machen sicht­bar, wie sich die­se Ver­än­de­rung im All­tag ent­fal­tet. Zusam­men schaf­fen sie Anschluss­fä­hig­keit zwi­schen Ler­nen, Orga­ni­sa­ti­ons­ge­stal­tung und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Zukunft ent­steht dort, wo Erfah­run­gen erzählt, Wir­kung wahr­ge­nom­men und Ent­wick­lung bewusst wei­ter­ge­führt wird – mit­ten im Arbeitsalltag.