Mit narrativen Geschichten Zukunft erzählen

Die Kraft von Storytelling für Innovation und Wandel

Die Arbeits­welt spielt ver­rückt. Märk­te ändern sich rasant, Tech­no­lo­gien ent­wi­ckeln sich schnel­ler, als wir „Update“ sagen kön­nen, und geo­po­li­ti­sche sowie gesell­schaft­li­che Unsi­cher­hei­ten for­dern Orga­ni­sa­tio­nen auf allen Ebe­nen. Gera­de in sol­chen Zei­ten braucht es Ori­en­tie­rung, Mut und vor allem: eine gute Geschichte.

Warum narrative Geschichten gerade jetzt wichtig sind

Nar­ra­ti­ve Geschich­ten sind ech­te Stüt­zen, wenn Orga­ni­sa­tio­nen in unsi­che­ren Fahr­was­sern navi­gie­ren oder sich mit­ten in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen befin­den. Sie schaf­fen Bedeu­tung und Kohä­renz und beant­wor­ten die Fra­gen, die sich vie­le ins­ge­heim stellen:

  • „War­um tun wir das überhaupt?“
  • „Was ist unser Ziel?“
  • „Wie wird es uns dabei ergehen?“

Denn klar ist: Men­schen struk­tu­rie­ren kom­ple­xe Situa­tio­nen nicht durch iso­lier­te Zah­len, Fak­ten und Charts, son­dern durch Geschich­ten. Sie hel­fen, neue Stra­te­gien, Visio­nen und Inno­va­ti­ons­pro­jek­te emo­tio­nal zu ver­an­kern. Zah­len spre­chen den Ver­stand an, Geschich­ten das Herz – und ohne Herz bewegt sich nichts.

Die emotionale Bindungskraft guter Geschichten

Ein gut erzähl­tes Nar­ra­tiv über Her­aus­for­de­run­gen, Wider­stän­de und zukünf­ti­ge Erfol­ge wirkt wie emo­tio­na­ler Kle­ber. Geschich­ten schaf­fen Moti­va­ti­on und Enga­ge­ment, weil sie Anknüp­fungs­punk­te bie­ten: Jede*r kann sich selbst dar­in wie­der­fin­den, egal ob Geschäfts­füh­rung, Pro­jekt­lei­tung oder Fachkraft.

Beson­ders in Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen mit hoher Unsi­cher­heit hel­fen Geschich­ten, eine gemein­sa­me Iden­ti­tät zu schaf­fen. Sie machen Mut, geben Ori­en­tie­rung und för­dern kol­lek­ti­ves Lernen.

Das organisationale Narrativgedächtnis: Ressourcen oder Blockaden

Jede Orga­ni­sa­ti­on ver­fügt über ein eige­nes „Nar­ra­tiv­ge­dächt­nis“. Die­ses setzt sich zusam­men aus Grün­dungs­my­then, Erfolgs- und Miss­erfolgs­ge­schich­ten, Kri­sen­n­ar­ra­ti­ven und klei­nen sowie gro­ßen Hel­den­ge­schich­ten. Sie prä­gen die Iden­ti­tät und beant­wor­ten unbe­wusst die Fra­ge, was als mach­bar, mög­lich oder aus­ge­schlos­sen gilt.

Bei­spie­le:

  • „Wir haben damals die Digi­ta­li­sie­rung ver­schla­fen“ → löst Vor­sicht und Angst vor Inno­va­ti­on aus.
  • „Wir haben 2008 durch Mut und Zusam­men­halt über­lebt“ → stärkt Ver­trau­en in die eige­ne Veränderungsfähigkeit.

Alte Geschich­ten kön­nen Inno­va­ti­ons­vor­ha­ben blo­ckie­ren, wenn sie Ängs­te reak­ti­vie­ren („Das schei­tert wie­der wie damals mit Pro­jekt X“) oder sie kön­nen kraft­vol­le Res­sour­cen sein, wenn sie an Erfolgs­nar­ra­ti­ve anknüp­fen („So wie wir damals Markt­füh­rer wur­den“). Mehr dazu auch in die­sem Beitrag:

Neue Geschichten als Fortsetzung, nicht als Bruch

Beson­ders wir­kungs­voll ist es, wenn Orga­ni­sa­tio­nen neue Geschich­ten nicht als Bruch, son­dern als Fort­set­zung oder Trans­for­ma­ti­on bestehen­der Erzäh­lun­gen gestal­ten. Zum Beispiel:

„Wir waren schon immer Inno­va­to­ren. Die­ses Pro­jekt ist der nächs­te Schritt in die­ser Tradition.“

Denn Inno­va­ti­on lebt nicht nur von guten Ideen oder Tech­no­lo­gien, son­dern auch von der Vor­stel­lungs­kraft der Men­schen. Nar­ra­ti­ve Geschich­ten schaf­fen Über­zeu­gung, dass Neu­es sinn­voll, not­wen­dig und mach­bar ist – und genau die­se Über­zeu­gung macht Mut, loszulegen.

Fazit

Nar­ra­ti­ve Geschich­ten sind mehr als net­te Anek­do­ten. Sie sind stra­te­gi­sche Werk­zeu­ge, um Wan­del zu gestal­ten, Inno­va­ti­on vor­an­zu­trei­ben und Ori­en­tie­rung in unsi­che­ren Zei­ten zu geben. Wer Zukunft erzäh­len kann, kann sie auch gestalten.