Change-Kommunikation: Der Ausgangspunkt

Warum der Ausgangspunkt in der Kommunikation entscheidend ist.

Jeder Ver­än­de­rungs­pro­zess hat einen Aus­gangs­punkt. Klingt selbst­ver­ständ­lich – und doch wird er oft unter­schätzt. Statt zu ver­ste­hen, wie die Aus­gangs­si­tua­ti­on eigent­lich aus­sieht, stür­zen sich vie­le Orga­ni­sa­tio­nen direkt in Maß­nah­men, Pro­jek­te und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kam­pa­gnen. Die Fol­ge: Zie­le sind unklar, Wider­stän­de wach­sen, und der eigent­li­che Nut­zen ver­blasst immer mehr.

Dabei ist klar: Ohne kla­res Ver­ständ­nis für den Chan­ge­pro­zess, für das eigent­li­che Pro­blem, fehlt die Ori­en­tie­rung. Und ohne Ori­en­tie­rung bleibt Ver­än­de­rung ein Blindflug.

Was ist der Ausgangspunkt?

Der Aus­gangs­punkt ist mehr als nur ein Start­si­gnal. Er beschreibt die Rea­li­tät, von der aus Ver­än­de­rung gedacht wird. Dazu gehö­ren Fra­gen wie:

  • Was ist schon vor­han­den? Wel­che Res­sour­cen, Kom­pe­ten­zen oder Erfah­run­gen gibt es?
  • Wor­auf kön­nen wir auf­bau­en? Wel­che Struk­tu­ren oder Rou­ti­nen sind bewährt oder tra­gen schon jetzt?
  • Was ist das eigent­li­che Pro­blem? Wor­um geht es wirk­lich, was ist der eigent­li­che Kern?

Das sorg­fäl­ti­ge Ana­ly­sie­ren die­ser Fra­gen schafft die Basis für jeden gelin­gen­den Pro­zess – egal, ob groß ange­leg­te Trans­for­ma­ti­on oder klei­nes Innovationsprojekt.

Unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Perspektiven

Je nach­dem, wem die­se Fra­gen gestellt wer­den, erhält man erwart­ba­re Ant­wor­ten oder auch aus der beruf­li­chen Rol­le her­aus einen sehr dif­fe­ren­zier­ten Blick auf den Aus­gangs­punkt – bei­spiels­wei­se fol­gen­de Rollen:

  • Betrof­fe­ne: Sie erle­ben Ver­än­de­run­gen unmit­tel­bar und fra­gen sich, was das für ihre täg­li­che Arbeit bedeu­tet. Die­se Per­spek­ti­ve kann sehr emo­tio­nal ausfallen.
  • Gestal­ten­de: Sie tra­gen Ver­ant­wor­tung, ent­wer­fen Pro­zes­se und müs­sen gleich­zei­tig Erwar­tun­gen und Ängs­te berück­sich­ti­gen. Hier wird auch ger­ne mit einem „Weit­win­kel“ auf das stra­te­gi­sche Ziel und die Res­sour­cen geschaut.
  • Beglei­ten­de: Sie hel­fen in Kom­mu­ni­ka­ti­on, Mode­ra­ti­on oder Bera­tung die ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven sicht­bar zu machen und Brü­cken zu bau­en. Sie ver­su­chen immer wie­der alle Fäden zusam­men­zu­brin­gen und auf ein Ziel auszurichten.

Jede Per­spek­ti­ve ist legi­tim und wich­tig – erst im Zusam­men­spiel ent­steht ein voll­stän­di­ges Bild des Ausgangspunkts.

Die Phase des Verstehens: Fundament der Change-Kommunikation

Gute Chan­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on stellt die Ver­bin­dung her zwi­schen dem Aus­gangs­punkt und dem Ziel­bild her, zwi­schen dem Bewähr­ten und der wün­schens­wer­ten Zukunft.

In der Chan­ge-Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Aus­gangs­ana­ly­se ein ent­schei­den­der Schritt, um ein bes­se­res Ver­ständ­nis von der Gesamt­si­tua­ti­on zu erhal­ten. Sie legt den Grund­stein für Glaub­wür­dig­keit und Akzep­tanz. Drei Aspek­te sind beson­ders wichtig:

  1. Ver­än­de­rungs­be­darf
    Was soll sich ändern, war­um, und mit wel­chen Kon­se­quen­zen? Nur wenn die­ses „War­um“ klar ist, ent­fal­tet Kom­mu­ni­ka­ti­on Wirkung.
  2. Betrof­fe­ne & Stake­hol­der
    Wer gewinnt, wer ver­liert, wer könn­te Wider­stand leis­ten? Offe­ne Aus­ein­an­der­set­zung spart spä­te­re Konflikte.
  3. Kul­tur & Kli­ma
    Wie steht die Orga­ni­sa­ti­on zu Ver­än­de­rung? Gibt es Ver­trau­en und eine offe­ne Feh­ler­kul­tur – oder domi­nie­ren Skep­sis und Misstrauen?

Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zur Chan­ge-Kom­mu­ni­ka­ti­on bie­tet der fol­gen­de Beitrag:

Vom Ausgangspunkt zum Innovation Learning Loop (ILL)

Der Aus­gangs­punkt schafft Klar­heit – und macht damit den Weg frei für den Inno­va­ti­on Lear­ning Loop (ILL).

Denn sobald klar ist, wo wir ste­hen, geht es dar­um, neue Wege auszuprobieren:

  • Hypo­the­sen entwickeln
  • Expe­ri­men­te wagen
  • Erkennt­nis­se sammeln
  • Lösun­gen anpassen

So ent­steht ein Kreis­lauf von Ver­ste­hen – Ler­nen – Inno­vie­ren. Der ILL macht Ver­än­de­rung leben­dig, weil er nicht line­ar abläuft, son­dern ite­ra­tiv: Jeder Loop führt zu neu­en Erkennt­nis­sen und bes­se­ren Lösungen.

Fazit

Das Ver­ste­hen des Aus­gangs­punkts ist unver­zicht­bar bevor ein Ver­än­de­rungs­pro­zess rich­tig Fahrt auf­nimmt. Es schafft Ori­en­tie­rung, stärkt Ver­trau­en und legt die Basis für Innovation.

Und genau hier setzt der nächs­te Schritt an: Der Inno­va­ti­on Lear­ning Loop (ILL) – ein Pro­zess, in dem Ler­nen und Expe­ri­men­tie­ren sys­te­ma­tisch mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den. So kön­nen Ver­än­de­rungs­pro­zes­se ech­te Wir­kung erzeu­gen. Mehr zum Lear­ning Inno­va­ti­on Loop (ILL) im nächs­ten Blogbeitrag!